Leuchtende Kinderaugen in Indien

Leuchtende Kinderaugen in Indien

Mit einer kleinen Blechschale in der Hand reihen sich mehr als 100 Kinder geordnet in einer Schlange ein. Sie stehen an, um sich eine ihrer drei täglichen Portionen Essen abzuholen. Sie warten, zwar ohne Schuhe an den Füßen, jedoch geduldig und ruhig, dass ihr Schüsselchen gefüllt wird. Denn sie wissen, heute werden sie wieder satt, wie alle Tage im Internat. Diese Situation unserer Indienreise hat uns ganz besonders bewegt. 

Vor gut einer Woche reisten wir und Frau Elke Bläß noch durch das zentralindische Hochland, eingeladen von Hedwig und Walter Reiser, Gründer des Vereins "Paten indischer Kinder" Norddeutschland. Im Vordergrund des Aufenthalts standen keine touristischen Ziele. Wir wollten uns einen Überblick über die Zustände in den Slums und Schulen in der Region Indore und Jhabua im Bundesstaat  Madhya Pradesh schaffen. 

Ein wichtiges Erlebnis war der Besuch eines Slums. Winzige mit Tüchern abgehängte Hütten drängen sich aneinander, der Fußboden gestampfter Lehm,  faulig stinkende Rinnsale vermischt mit Abfällen aller Art stehen zwischen den Hütten. Es gibt Strom, irgendwo sind ein Abort und wohl auch eine Wasserstelle. Den Familien steht häufig nur ein einziger Raum zum Leben und Schlafen zur Verfügung, bis zu zehn Familienmitglieder nächtigen auf dem blanken Boden, ein Bett ist eher die Ausnahme. Dennoch war die Begrüßung durch die Bewohner  sehr freundlich.

Das schlimmste Erlebnis aber war der Besuch in einem Steinbruch;  ganze Familien sind in die Arbeit eingebunden, vor allem die kleinen zierlichen Frauen zerschlagen mit dicken Hämmern das Gestein zu Faust großen Brocken. Dabei werden sie von ihren Kindern unterstützt, die je nach Größe und Kraft mit kleineren Hämmern mitarbeiten. Selbst die ganz Kleinen helfen, indem sie mit ihren winzigen Händchen die zerkleinerten Brocken auf eine Schüssel schieben, die von den Eltern dann in einen größeren Korb geleert wird. Offiziell arbeiten angeblich nur die Erwachsenen. Der Steinbruchbesitzer erlaubt ihnen lediglich, ihre Kinder, die ja sonst nicht beaufsichtigt wären, mitzubringen. Wenn sie die Kinder dann zum Mitarbeiten anhalten, ist dies allein Sache der Eltern, - so die lapidare Auskunft auf unsere Nachfrage.

Dafür war ein besonders berührender Höhepunkt unserer Reise das erste Zusammentreffen mit unserer Patentochter Manisha. Zu dieser Patenschaft hatten wir uns entschlossen, weil wir indischen Kindern aus eben diesen Armutsverhältnissen helfen wollten. Es ist unser Anliegen, den Kleinen eine Chance auf ein besseres Leben zu geben. Und der erste Schritt zu diesem besseren Leben ist eine fundierte Schulbildung. Mit unserer Patenschaft ermöglichen wir der neunjährigen Manisha ein Entkommen aus ärmlichsten Verhältnissen. Die Zweitklässlerin lebt mittlerweile in einem Internat und stellt sich Tag für Tag einem straffen Programm, das schon am frühen Morgen beginnt. Der englischsprachige Unterricht in der anspruchsvollen Schule nimmt den größten Raum im Tagesablauf ein, und am Nachmittag wird der Unterrichtsstoff in kleinen Gruppen intensiv im Internat aufgearbeitet.

Bis zu 70 Schüler lernen in Indien in einer Klasse und drücken sich häufig zu viert in eine Schulbank, wo eigentlich nur zwei Kinder sitzen sollten. Trotz dieser Umstände legen die Kinder eine Motivation und Disziplin an den Schulalltag, die hier in Deutschland undenkbar wären.

Als am letzten Tag unserer Reise Manisha strahlend auf uns zulief, waren wir tief berührt; dieser Augenblick wird uns wohl niemals loslassen, und wir sind froh und dankbar zu wissen, dass wir mit verhältnismäßig kleinem Aufwand für die Kinder doch unglaublich viel bewegen können; das ist alle Mühen wert. 

Ehepaar Reichel aus Güstrow

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Berichte Norddeutschland